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Sonntag, 23. März 2014

Ein Vogelhäuschen kommt selten allein (Tutorial)

Wie versprochen gibt es heute den Folgebeitrag zu dem kleinen Vögelchen, welches ich euch in der letzten Woche gezeigt hatte. Natürlich gehört zu einem Vögelchen auch ein entsprechendes Heim und genau für dieses habe ich euch ein Rezept sowie eine Anleitung mitgebracht.


Wie ihr wahrscheinlich schon bemerkt habt, überschreiten viele liebe Freunde von mir in der letzten Zeit die magische 30-iger-Grenze. Tja und ich kann euch auch versichern, das war noch nicht die letze Torte zu einem solchen "Ich betrinke mich mit einem Glas Milch und versuche mich im Waschbecken zu ertränken-Anlass". Obwohl ich ja sagen muss, dass bisher keine meiner Freundinnen solch ein Altersflash zu Tage kommen ließ. Alle "verkraften" das ganz gut ... mir gegenüber jedenfalls. ;o) Nun gut, genug mit diesen erschreckenden Gedanken. Widmen wir uns lieber wieder dem kleinen Törtchen, was auch noch mit einem leckeren Haselnuss-Biskuit und einer Pfirsich-Haselnuss-Creme gefüllt war.


Bevor ich euch zeige, wie ihr das Häuschen zusammen bastelt, solltet ihr erst einmal sein Innenleben kennen lernen. Das Rezept gibt es nun hier für euch:

Haselnuss-Biskuit

Zutaten für 1 großes Backblech:
5 Eier
1 Prise Salz
140 g Zucker
75 g Mehl
75 g gemahlene Haselnüsse

Zubereitung:
Die Eier mit dem Zucker und dem Salz schaumig schlagen, bis die Zucker-Ei-Masse weiß und luftig ist. Das dauert einen Moment, aber diese Geduld solltet ihr unbedingt aufbringen. Danach das Mehl und die Haselnüsse miteinander vermischen, nach und nach in die Zucker-Ei-Masse sieben und unterrühren (nur so lange, wie nötig).
Nun den Teig in die mit Backpapier ausgelegte Springform geben (Rand nicht fetten!) und den Kuchen bei 180 Grad Umluft oder 200 Grad Ober-/Unterhitze ca. 35 - 40 Minuten auf unterster Einschubhöhe backen.

Den Boden nun gut auskühlen lassen, bevor er gefüllt wird. Das Rezept für die Füllung ist laktosefrei, da meine Freundin ein Unverträglichkeit hat.


Pfirsich-Haselnuss-Creme

Zutaten:
1/2 kleine Dose Pfirsiche
200 ml Haselnussdrink (z. B. von AlproSoja)
3 Packungen weißer Tortenguss

Zubereitung:
Die Aprikosen abtropfen lassen und den restlichen Saft auffangen. Mit dem Mixer oder einem Mixstab die Aprikosen fein pürieren und in einen Kochtopf geben. Den Tortenguss mit 2 EL Apikosensaft sowie 2 ml Haselnussdrink glattrühren  und unter die pürierten Aprikosen geben. Den restlichen Haselnussdrink hinzugeben. Alles zusammen aufkochen lassen. Dann die Masse etwas abkühlen lassen.



Für das Vogelhäuschen benötigt ihr neben Böden, Füllung und Ganache natürlich noch ein paar andere Dinge:

- 200 - 300 g weißen Fondant
- 100 g lilafarbenen Fondant
- 50 g pinkfarbenen Fondant
- 100 g braunschwarzen Modellierfondant (Fondant + 1/4 TL CMC)
- etwas orangefarbenen Fondant
- etwas rote Blütenpaste (z. B. eingefärbt mit EXTRA-Red von Sugarflair)
- etwas schwarze Blütenpaste (z. B. eingefärbt mit EXTRA-Black von Sugarflair)
- etwas grüne Blütenpaste (z. B. eingefärbt mit EXTRA-Green von Sugarflair)
- Lebensmittelstift schwarz
- Pastenfarbe weiß
- zwei Zahnstocher
- Zuckerkleber
- kleinster Ausstecher Rosen Laub
- Prägematte Holz
- Bordürenausstecher
- Kreisausstecher
- Rollschneider Cutting Wheel
- Lineal 30 cm
- Ausrollstab
- Bäckerstärke zum Ausrollen des Fondants
- Vögelchen aus dem vergangenen Post
- vorbereitetes CakeBoard (hier mit Rautenmuster und Zuckerperlen)

Jetzt geht´s aber los mit dem Zusammensetzen der Böden.



1. Sicherlich weiß jede/r von euch, wie ein Haus aussieht. Schneidet 2/3 der Böden gleich groß als Viereck. Nach oben hin werdet ihr immer schmaler, sodass ein Dach entsteht. Habt ihr alle Böden geschnitten und als Test zusammen gesetzt, füllt ihr sie und korrigiert die harten Formen des Daches mit einem Messer, indem ihr ein stimmiges Dach schnitzt (sh. Bild oben rechts).


2. Das Häuschen wird nun mit Ganache (200 g Zartbitterschoki, 200 ml Sojaschlagsahne) eingestrichen. Dies wiederholt ihr mit Kühlphasen so oft, bis eine glatte Oberfläche entstanden ist.


3. Ist das Häuschen gut geglättet, wird der weiße Fondant weich geknetet, ausgerollt und mit der Holz-Prägematte geprägt. Für die vier Seitenteile habe ich mir vorher jeweils eine Schablone aus Papier geschnitten. Dafür habe ich die Torte ins Licht gestellt, ein Blatt Papier davor gehalten und die Umrisse nachgezeichnet. Diese Schablonen werden nun aus dem Fondant ausgeschnitten. Den Fondant müsst ihr sicherlich dafür mehrfach ausrollen und prägen.


4. Um eine Brettstrukur zu erzeugen, rollt ihr in 2 cm Abständen mit dem Rollschneider vertikal Linien in den Fondant. Drückt dabei nur leicht auf, damit ihr den Fondant nicht zerschneidet.

5. In die Vorderseite des Häuschens stecht ihr mit einem Kreisausstecher im oberen Drittel das Schlupfloch.


6. Nun bringt ihr die vier Seitenteile am Häuschen an und streicht mit den Händen mehrfach leicht darüber, sodass alles gut anliegt.


7. Bearbeitet auch die vier Ecken, damit die Stöße zum Schluss nicht zu sehen sind (sh. Bild links oben).

8. Für das Dach rollt ihr den lilafarbenen Fondant aus und stecht viele kleine Kreise aus.


9. Diese bringt ihr von unten her als Dachziegel an. Achtet dabei darauf, dass ihr sie versetzt anbringt, sodass eine Ziegeloptik entsteht. Außerdem solltet ihr darauf achten, dass nach unten und vorn hin die Ziegel etwas überstehen - dies wirkt "echter".


10. Für den Dachabschluss rollt ihr den pinkfarbenen Fondant aus und stecht mit dem Bordürenausstecher zwei gleich lange Stränge aus, welche die Länge des Daches haben und bring sie Stoß an Stoß am oberen Rand des Daches an. Damit man diesen Stoß nicht sieht, wird noch ein Strang aus pinkfarbenen Fondant geformt und mit Blütenpaste als Abschluss aufgebracht.


11. Nun hat das Vogelhäuschen schon seine Form und wird auf das Cake Board gesetzt. Für die Dekoration formt ihr aus dem braun-schwarzen Modellierfondant Wurzelstränge, wie es im linken oberen Bild zu sehen ist. Rollt dafür unterschiedlich große Stränge und dreht sie in sich ein. Dadurch entsteht der schöne Struktur-Effekt. Lasst für die Sitzstange aber noch ein klein wenig braunen Modellierfondant übrig, ca. 10 g.

12. Das Vögelchen könnt ihr ebenfalls schon auf das Cake Board setzen. Da es ja einen Zahnstocher enthält, steckt ihr es damit einfach in das Cake Board. Lasst dabei noch etwas Platz für seine Füßchen.

13. Für die Vogel-Füßchen rollt ihr 6 kleine Kugeln aus dem orangefarbenen Fondant. Formt diese konisch und setzt sie in 3er Grüppchen zusammen. Dann könnt ihr sie schon unter das Vögelchen kleben.


14. Für die Sitzstange wickelt ihr den restlichen braunen Modellierfondant um einen Zahnstocher, rollt ihn zur Stange und drückt das vordere Teil flach (sh. auch Bild oben rechts).


15. Für die Blätter an den Wurzeln rollt ihr grüne Blütenpaste aus, stecht mit dem Rosen-Laub-Ausstecher Blätter aus und klebt sie nach Belieben an Wurzeln und Haus.

16. Für den Marienkäfer  rollt ihr eine kleine Kuller aus roter Blütenpaste und eine kleinere Kuller aus schwarzer Blütenpaste (dies wird der Kopf). Klebt beides zusammen. Zeichnet Punkte und Strich mit dem schwarzen Lebensmittelstift auf den roten Rumpf. Die Augen malt ihr mit der weißen Pastenfarbe und mit Hilfe des Zahnstochers. Den Marienkäfer klebt ihr mit Zuckerkleber behutsam auf die Wurzel, damit ihr die frische Farbe nicht verwischt.


Sooo ... und nun ist es geschafft. Das kleine Vogelhäuschen samt Vögelchen steht bzw. stand. Denn das Törtchen ist ja bereits verschenkt und längst verspeist.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbasteln und natürlich eine tolle Woche!

Eure Jessi!

Sonntag, 16. März 2014

Seit neuestem hab ich `nen Vogel (Tutorial)

So ihr Lieben, wie ihr sicherlich in letzter Zeit bemerkt habt, gibt es so einige Anleitungen in der letzten Zeit für euch. Auch heute will ich mit dieser neuen "Tradition" nicht brechen und habe euch wieder etwas zum Nachbasteln mitgebracht. Wer nicht basteln will oder kann, ist vielleicht auch nur interessiert daran, wie ich so manches Törtchen und Co. erstelle. Ihr seid heute also mal wieder "backstage".

Die kleine Anleitung von heute ist ein erster Teil. Die Spannung steigt also - zumindest ein wenig, oder? - was denn im nächsten Post auf euch wartet. Vielleicht erratet ihr es ja schon.

Heute habe ich euch auf jeden Fall eine kleine Figur mitgebracht und möchte euch zeigen, wie sie entstanden ist und wie ihr sie nachmodellieren könnt. 



Das benötigt ihr:

- ca. 200 g Modellierfondant, d. h. Rollfondant mit 1/2 TL CMC oder 100 g Rollfondant und 100 g Blütenpaste (wenn der Vogel kleiner oder größer werden soll, einfach die Masse entsprechend regulieren)
- Zahnstocher
- Pastenfarbe türkis, orange, lila, schwarz extra (z. B. von Sugarflair oder Wilton)
- Zuckerkleber
- Ausrollstab
- Veining Tool (Messer geht auch)
- Dummy aus Styropor oder Blumensteckschaum
- 2 Gefrierbeutel
- Glitzerpuder lila - essbar
- Puderfarbe Royal blau

Natürlich könnt ihr auch andere Farben wählen - wie ihr eben mögt. Bei meiner Beschreibung nutze ich meine gewählten Farben, damit es verständlich ist.

Und so geht´s:


1. Nehmt vom Fondant ca. 20 - 30 g ab für Augen, Haare, Schnabel - das packt ihr in den ersten Gefrierbeutel. Den Rest färbt ihr nun türkis ein. Teilt den türkisfarbenen Fondant in drei Teile und nehmt dann einen Teil davon ab. Den Rest packt ihr erst einmal in den zweiten Gefrierbeutel, damit nichts austrocknet. Das Drittel wird wieder geteilt und jede Hälfte zu einer Kugel gerollt. Jede der beiden Kugeln drückt ihr leicht platt und bearbeitet diese dann wie im oben gezeigten rechten Bild mit dem Veining Tool. Das heißt, ihr ritzt unterschiedlich hohe und tiefe Risse von unten her ein.


2. Nun steckt ihr zuerst den Zahnstocher zu 1/5 in die Blumen-Steckmasse und darauf beide Rumpfteile, welche ihr gerade mit dem Veining Tool bearbeitet habt.

3. Weiter geht es mit dem zweiten Drittel der Fondantmasse. Nehmt sie aus dem zweiten Gefrierbeutel und formt auch daraus eine Kugel für den Kopf. Am besten knetet ihr alles noch einmal schön weich und rollt sie solange zwischen den Handflächen, bis keine Rissstelle mehr in der Kugel sichtbar ist. Macht ihr das nicht, werden die Risse beim Trocknen größer und klaffen auseinander, was nicht schön aussieht. Auch diese Kugel steckt ihr auf den Zahnstocher. 


4. Nun geht es daran, den Kopf etwas zu formen. Nehmt dazu erst eine und dann die andere Kopfseite zwischen Daumen und Zeigefinger und drückt für die Augenaussparungen und die Gesichtsstrukturen die Masse zwischen den Fingern leicht flach, indem ihr leicht Druck ausübt und die Masse sehr leicht nach außen zieht. Ihr seht das auch im obigen linken Bild.

5. Für die Flügel nehmt ihr nun das letzte Drittel der türkis eingefärbten Fondantmasse und nehmt davon 2/3 ab. Das andere Drittel darf erst einmal im Gefrierbeutel verbleiben. Die 2/3-Masse teilt ihr  in zwei gleich große Teile und formt daraus zwei Kugeln. Anschließend formt ihr die Kugeln konisch (sh. mittleres Bild). Nun geht ihr jeweils mit dem Ausrollstab von der breiten Seite zur schmalen Seite darüber, sodass ihr zum Ende hin etwas mehr Druck ausübt. Die Flügel sollen an der breiten Stelle auch dicker sein. Formt die Flügel noch etwas bananenförmig und strukturiert sie mit dem Veining Tool, dass sie als Flügel erkennbar sind - wie im obigen rechten Bild zu sehen ist.


6. Die Flügel bringt ihr mit Zuckerkleber wie im obigen linken Bild an den Rumpf an. Achtet darauf, dass sie in jedem Fall in der unteren Kopfhöhe beginnen.

7. Und schon geht es an den Schwanz. Dafür nehmt ihr das letzte Stück türkisfarbenen Fondant und teilt es in drei gleich große Teile. Diese werden wieder alle drei erst zu Kugeln und dann konisch geformt.


8. Für den Schwanz setzt ihr die drei geformten Teile - wie im linken Bild zu sehen - zusammen (ich brauche hierfür keinen Kleber, da der Fondant genug klebt - klappt das nicht, nutzt ihr hier schon Kleber) und klebt ihn jetzt mit Zuckerkleber hinten an den Vogelrumpf. 

9. Für den Schnabel färbt ihr 1/3 der restlichen Fondantmasse mit Pastenfarbe orange ein und formt es zuerst zu einem Dreieck, welchem ihr durch einen Steg oben und unten eine Schnabelform mit den Händen geben könnt. Schaut euch einfach mal das Bild oben rechts an. Den Schnabel könnt ihr dann mit Zuckerkleber am Vogelköpfchen anbringen.


10. Mit einem sauberen Zahnstocher bringt ihr zwei Nasenlöcher am Schnabel an. Mit dem Veining Tool bearbeitet ihr den Schnabel so, dass er ein wenig geöffnet erscheint.

11. Nehmt ein sehr kleines Stück vom restlichen Fondant ab und färbt es mit der Pastenfarbe "Black Extra" von Sugarflair ein (andere Farben werden meist nur grau) ein. Ist das geschafft, formt ihr zwei kleine Stränge, die spitz auslaufen und bringt sie in Bananenform als Augen am Köpfchen an. Das geht sicherlich ohne Zuckerkleber.

12. Die restliche Fondantmasse färbt ihr mit Pastenfarbe lila ein und formt daraus kleine konische Stränge. Diese bringt ihr am Oberkopf mit Zuckerkleber an (sh. auch Bild in der Mitte).

13. Nun habt ihr das Vögelchen schon in der Zielgerade, es geht an das Feintuning. Dafür pudert ihr die "Haare" mit lilafarbenen Glitzerpuder ab (z. B. von Rainbow Dust "Purple") und betont die Rillen im Rumpf mit dunkelblauer Puderfarbe.

Für heute haben wir es erst einmal geschafft. Was das Vögelchen noch begleitet und wie ihr seine Füßchen bastelt, zeige ich euch im nächsten Beitrag. 

Damit das Vögelchen auch gut verwendet werden kann, sollte es ca. 2 bis 3 Tage ... im besten Fall 1 Woche ... gut durchtrocknen.


Ich freue mich schon, wenn ich euch den nächsten Teil dieses Projekts zeigen kann und ihr dann alles in der Gesamtschau seht. Bis dahin wünsche euch eine schöne und kreative Zeit.

Eure Jessi!

Dienstag, 11. März 2014

Hippity ... Hoppity ... (Tutorial)

Huhu ihr Lieben, wie schon für alle Facebook-Fans von Coli`s Kitchen angekündigt, gibt es heute einen ganz besonderen Beitrag von mir. Ich habe mich seit längerer Zeit mal wieder auf einem anderen Blog rumgetrieben. Aber ganz brav und nur nach vorheriger Absprache mit meiner Gastgeberin Theresa. Einige von euch werden ihren bezaubernden Blog sicherlich schon kennen, alle anderen sollten unbedingt einen Klick wagen. Es geht um das Blog "Crazy Sweets", wo Theresa über Motivtörtchen schreibt und so einige tolle Anleitungen für ihre Leser parat hält.

Da Theresa sich derzeit auf die Cake World in Hamburg vorbereitet, hat sie Gastblogger gesucht. Na klar, da springe ich gern ein. Schließlich weiß ich ja selbst, wie ihr im letzten Jahr vernachlässigt werden musstet, damit ich mich auf die Wettbewerbe vorbereiten kann. Alles natürlich für einen guten Zweck ... ;o)


Für euch und auch für Theresa´s Leser habe ich eine ganz tolle und vor allem wirklich einfache Anleitung für ein Zuckerhäschen zusammengebraut und ich kann euch verraten, dass dieser kleine Hase schon bei seiner Entstehung mein Herzchen erobert hat.


Wer die Anleitung gern lesen möchte, klickt einfach auf den folgenden Link:


Ein paar winzige Impressionen habe ich natürlich bereits an dieser Stelle für euch.

Farblich sind euch keine Grenzen gesetzt




Vielleicht hat der ein oder andere von euch ja noch keine Idee für´s Osterfest. Wie wäre es denn mit einem kleinen Zuckerhäschen?

Habt eine schöne Woche und ich freue mich schon, wenn wir uns wieder lesen!

Eure Jessi!

Freitag, 14. Februar 2014

Eine kleine Eule erobert den Geburtstagstisch (Tutorial)

Überall sind sie seit den letzten Monaten aufgedruckt und zu sehen. Auf Bettwäsche, an Haustürschlüsseln, als Handycover, auf Gardinen, Schürzen, Schlüpfern und, und, und ... Ich könnte die Aufzählung noch ewig lang fortsetzen. 

Um wen es eigentlich geht und was diese Aufzählerei überhaupt soll? Um Eulen geht es und wie niedlich sie einen mittlerweile aus allen Ecken heraus ansehen. Und natürlich, ich muss mich mal wieder outen. Schon seit einigen Jahren bin ich ein kleiner Eulen-Junkie. Meine Leidenschaft für diese kleinen klugen Tierchen begann mit einem Zusammentreffen im Zoo Hannover mit kleinen grauen Wollknäueln, welche sich dann als Schnee-Eulen-Nachwuchs entpuppten. Habt ihr schon einmal solche kleine Eulen in Natura erlebt ... ich sag euch, die sind so lustig! Tja und da war es natürlich um mich geschehen. Seitdem bin ich neben ein paar Eulen-Ohrringen im Übrigen auch Besitzerin von Eulen-Pflaster für die Törtchenbäckerei - ihr wisst ja, wie scharf meine Küchengeräte sind ;) In eine Sammelleidenschaft ist es zum Glück noch nicht ausgeartet und so sieht man nicht nur Eule, wenn man mein Heim beschreitet. 

Um ausschließlich Eule soll es heute aber gehen. Denn meine Schwester hatte Anfang des Jahres mal wieder Geburtstag und hat natürlich wieder ein kleines Törtchen bekommen. Im letzten Jahr habe ich sie mit diesem Törtchen überrascht, vielleicht erinnert sich der ein oder andere noch.

Dieses Jahr war aber eine Eule dran, denn eigentlich bin nicht ich der Eulen-Junkie der Familie ...


Bevor ich euch das kleine Tutorial zeige, welches ich für euch vorbereitet habe, gibt es ein neues Rezept für euch. Da die Eule ja geschnitzt werden musste, habe ich eine Torte gebacken, die auch ein wenig was ab kann und vor allem ab hält. Für den Kuchenteig habe ich mich wieder von meinen Buch Süße Sünden inspirieren lassen.

Gefüllt war die kleine Eule mit einer Schoko-Minz-Torte. Das Rezept gibt es jetzt:

Zutaten Boden:
(für 2 Formen mit einem Durchmesser von 20 cm)
300 g weiche Butter
100 brauner Zucker
250 g weißer Zucker
2 Päckchen Vanillezucker
3 Eier
100 g Kakaopulver
330 g Mehl
2 TL Backpulver
1 TL Natron
1 Prise Salz
100 ml Buttermilch
60 ml Milch
60 ml Wasser

Zubereitung Boden:
Den Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze oder 150 Grad Umluft vorheizen und die Springformen mit Backpapier auslegen. Butter und die drei Zuckersorten in der Küchenmaschine schön schaumig schlagen, bis die Masse weiß ist. Die Eier einzeln hinzugeben und jedes Ei gut unterrühren. Mehl, Backpulver, Natron, Salz und Kakao vermischen. Ebenso Buttermilch, Milch und Wasser in einem Gefäß zusammengießen. Nun die Mehl-Kakao-Mischung und die Milch-Wasser-Mischung während des Rührvorgangs abwechselnd in mehreren Portionen in die Küchenmaschine geben, bis alles zu einem geschmeidigen Teig verrührt ist. Den Teig gleichmäßig auf beide Springformen aufteilen und auf mittlerer Schiene ca. 25 Minuten backen. Ihr könnt wieder die Stäbchenprobe (Holzstab in Teig, wenn kein Teig beim Herausziehen daran klebt ist er durch) machen oder mit dem Finger leicht auf den Kuchen drücken (wenn der Teig leicht zurück federt, ist der Kuchen fertig - Vorsicht, heiß!). Die Kuchen kurz in der Form abkühlen und auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.


Zutaten Füllung:
400 g Zartbitterschokolade
400 g Schlagsahne
300 g SchokoMinzTafeln (z. B. After Eight)

Zubereitung Füllung:
Die Schlagsahne kurz aufkochen und zur Seite stellen. Die Schokolade und 200 g SchokoMinzTafeln fein hacken. Über die Schoko-Minz-Mischung nun in drei Schritten die warme Schlagsahne geben und jeweils gut unterrühren, dass sich alles gut auflöst. Sollte nicht alles mit der Schlagsahne gelöst werden, dann dies noch über dem Wasserbad nachholen. Die Schoko-Minz-Füllung nun mindestens ca. 2 Stunden bei Raumtemperatur abkühlen lassen. 


Sind Kuchen und Füllung vorbereitet, kann es an das Zusammensetzen der Torte gehen. Dafür braucht ihr etwas Zeit. Da es wirklich eine kleine Schweinerei war, habe ich davon leider keine Fotos für euch. Aber eigentlich ist es ganz einfach. Ihr setzt die Hälfte der Eule erst einmal als ganz normale Torte zusammen, d. h. ihr teilt erst einmal jeden Kuchen in drei Schichten, sodass ihr insgesamt 6 Böden zur Verfügung habt. Die Hälfte davon wird erst einmal wie folgt zusammen gesetzt und auch die übrigen SchokoMinzTafeln kommen zum Einsatz: Boden, MinzTafeln, Füllung, Boden, MinzTafeln, Füllung und Boden. Am besten kühlt ihr das jetzt erst einmal durch und formt dann mit einem Messer den unteren Bereich der Torte. Die letzten drei Böden werden dann vorab nach oben hin etwas schmaler geschnitten und ebenfalls mit Füllung aufeinander gesetzt. Denkt bitte an das Kühlen zwischendurch; es schnitzt sich viel besser. Bis zu diesem Punkt habt ihr ca. die Hälfte der Füllung aufgebraucht. Die Torte wird mit der Füllung (Ganache) umhüllt - das ist die erste Formgebung. Es ist ja noch Kuchen übrig (der Abschnitt), daraus formt ihr die "Ohren", indem ihr ihn mit Füllung mischt und mit den Händen formt sowie an den Kuchen anbringt. Bitte wieder alles kühlen. Schlussendlich geht es an den Feinschliff. Streicht die Torte noch einmal mit Füllung glatt und versucht, alle Rundungen schön zu formen. Dann wird noch einmal gut gekühlt.


Für die weiteren Schritte habe ich jetzt Bildmaterial für euch, damit ihr den Herstellungsprozess besser nachvollziehen könnt. 

Los geht´s:


Im linken Bereich seht ihr die "Grund-Eule". Nach dem Einstreichen mit Füllung (Ganache) wird die Torte eingedeckt und der Fondant schön glatt gestrichen und die Falten heraus gearbeitet. Fangt erst mit den Ohren an, damit der Fondant an dieser Stelle nicht reißt. Da die Eule nach unten hin schmaler wird, eine runde Form hat, müsst ihr etwas Geduld aufbringen. Danach wird sie auf das bereits eingedeckte CakeBoard gesetzt. 

Für das türkisfarbene Lätzchen habe ich zuerst einen großen Kreis ausgestochen, aus dem ich mit einem kleineren runden Ausstecher eine Ecke ausgestochen habe. Das Lätzchen wurde dann mit Zuckerkleber angebracht.

Weiter geht es mit der rechten Seite der Bild-Anleitung. Die orangen "Schuppen" wurden ebenfalls mit einem kleinen runden Ausstecher aus Fondant ausgestochen und von unten her wie Dachziegeln übereinander aufgebracht. Bei den oberen "Schuppen" habe ich diese gerade geschnitten.

Wie man die Augen herstellt, seht ihr recht gut im Bild. Dafür habe ich ausschließlich runde Ausstecher und runde Spritztüllen genutzt. Diese setzt ihr am besten vorab zusammen und lasst sie kurz ca. 10 Minuten antrocknen, dann lassen sie sich besser anbringen. Die Wimpern habe ich direkt an der Eule angesetzt.

Für den Schnabel schneidet ihr aus dem orangenen Fondant ein Dreieck aus und bringt es zwischen den Augen an. Für die Füße rollt ihr zuerst drei kleine Kugeln und formt diese dann konisch, setzt sie aneinander und dann an die Eule. Dies macht ihr zweimal... für zwei Füßchen ;o).



Und wenn ihr das alles gemacht habt, dann habt ihr eure kleine Eule auf dem Tisch stehen. 

Zwar hat dieses kleine Eulen-Törtchen nicht viele Details, aber das muss sie auch nicht. Das einzige, was bei dieser comic-angehauchten Torte für mich wichtig war, dass sie niedlich ist. Tja und das habe ich - denke ich - erreicht. 

Jedenfalls hat sich meine Schwester über die kleine Eule gefreut, sie verkostet und für gut befunden. Die Minze harmoniert super mit der dunklen Schokolade und kommt sehr schön zur Geltung. Für alle Minz-Schoko-Fans ist diese Torte also die Erfüllung.


Meine kleine Anleitung ist euch hoffentlich bei einem nächsten Törtchenprojekt behilflich und ihr habt daran genauso viel Freude, wie ich. 

Für alle, die gern mehr Anleitungen sehen möchten, gibt es ab sofort eine neue Kategorie auf dem Blog: Anleitungen. Hier findet ihr alle Anleitungen/Tutorials, die ich bisher gepostet habe. Es geht von Törtchen über Figuren, Dekorationen bis hin zu Cupcakes. Diese Kategorie wird zukünftig stetig wachsen und ich hoffe, ihr habt Freude daran. Falls ihr Ideen und Wünsche habt, was ihr gern einmal schrittweise erklärt haben möchtet, dann schreibt es doch einfach als Kommentar unter diesen Post.

Eure Jessi!

Sonntag, 9. Februar 2014

1,2, 3 Päckchen gefällig? Und vielleicht gleich noch ein klitzekleines Tutorial dazu?

Wer bekommt nicht gern viele Päckchen zum Geburtstag, nicht wahr? Ihr doch sicherlich auch, oder? Neben den größten Wünschen wie Gesundheit für mich und die liebe Familie sowei Freunde freue auch ich mich über schöne Geburtstagspäckchen. 

Aber um mich geht es in diesem heutigen Post eher hintergründig, denn Geburtstag habe ich noch lange nicht. Dafür hatte mal wieder eine liebe Freundin kurz vor der Jahreswende Geburtstag - den 30.! 

Hierfür hatte ich mir vorgenommen, einige Päckchen in eine Torte umzusetzen.


Das Geburtstagskind Caro feierte in ihren Geburtstag hinein und hatte sogar eine Motto-Party anberaumt. Tja, Motto dachte ich. Für eine Torte ist das ja eigentlich richtig toll. Caro verkündete das Thema Disco und dann ging die Grübelei los ... mmh ... Disco ... Studio 54 ... oder was? Ja, ok. Das Internet bietet hier ein paar Bildchen und Ideen, die mich aber nicht wirklich kreativ inspirierten. Für ein 2- oder 3-stöckiges Törtchen wäre diese Thema zwar ganz gut geeignet und für ein mehrstöckiges Törtchen hatte ich so einige Ideen, aber so riesig sollte es dann ja auch nicht werden. 

Also habe ich mich dann für ein ganz klassisches Törtchen entschieden - Geburtstagspäckchen. Ich wollte sowieso mal wieder viereckige Törtchen eindecken und die typischen Geschenkverpackungen hatte ich eh noch nicht getestet. Das hat dann auch ganz prima geklappt. Und was soll ich sagen, mit Geschenkpäckchen kann man auch auf einer Party mit dem Disco-Motto nicht viel falsch machen.


Für die drei Päckchen habe ich ein Backblech hellen Biskuit und ein Backblech Schoko-Biskuit gebacken. Für jedes Päckchen habe ich drei Schichten Biskuit genutzt und diese unterschiedlich gefüllt mit Frischkäsecreme getoppt mit Roter Grütze bzw. Lemoncurd.

Bildanleitung "Päckchentorte"

Im Bild habt ihr einen kleinen Überblick über den Herstellungsprozess der Päckchentorte. 
Jedes Päckchen wird einzeln mit Zartbitterganache nach dem Füllen umhüllt und in Form gestrichen. Zwischendurch werden die Quader immer wieder gekühlt. Unter dem obersten Päckchen, die 2. Etage sozusagen, befindet sich eine kleine Kapaplatte. Diese sorgt für Stabilität und man kann das Päckchen gut positionieren. 

Dann werden die Päckchen mit Fondant eingedeckt. Dafür rollt ihr den Fondant aus, legt ihn über die Torte und legt erst die Ecken und Kanten an. Dann denkt einfach an echte Päckchen und schlagt den Fondant entsprechend ein (sh. Bilder oben). Überstehende Reste einfach abschneiden. 

Sind alle drei Päckchen eingedeckt, geht es an das Zusammensetzen. Damit die unteren zwei Päckchen das obere halten und nicht zusammenfallen, nutze ich unbehandelte Holzstäbe (z. B. Buche). Die könnt ihr z. B. im Baumarkt kaufen. Die Holzstäbe kürze ich auf Törtchenhöhe. Hier habe ich drei Stück pro Päckchen benutzt. Dank der Kapaplatte unter dem oberen Päckchen kann dies gut positioniert werden. Steht fest, wo es am besten sitzt und aussieht, wird es mit Zuckerkleber aufgebracht, damit es nicht verrutscht.

Nachdem die Päckchen auf dem CakeBoard stehen, geht es ans Dekorieren. Für die Geschenkbänder habe ich meinen ClayExtruder bemüht. Damit habe ich Stränge gepresst, die ich gezwirbelt habe und als Bänder über die Torte gelegt habe. 

Die Zahl "30" habe ich frei Hand mit einem Spickmesser aus Fondant ausgeschnitten. Damit ich mit einem schwarzen Lebensmittelstift noch "Nähte" aufbringen konnte, habe ich die Zahl noch ca. eine Viertelstunde antrocknen lassen. Dann drückt sich der Fondant beim Zeichnen nicht ein.


Wer sich jetzt fragt, weshalb es genau drei Päckchen sind, dem kann ich das ganz leicht beantworten. Schließlich wollte ich schon einen Bezug zum Geburtstag herstellen und da die liebe Caro ja nun 3 Jahrzehnte voll süßem Leben hinter sich hat, hat sie auch für jedes Jahrzehnt ein Päckchen bekommen.


Als die Uhr Mitternacht schlug und sich die Schlangen voller Gratulanten auf der Tanzfläche bildeten, zückte ich mein Überraschungstörtchen. Das Geburtstagskind freute sich sehr und war ganz hin und weg. Ausgepackt hat sie die Päckchen dann am nächsten Tag zum Geburtstagskaffee mit der Familie und berichtete mir, dass ihr und ihren Gästen das Törtchen sehr gut geschmeckt haben. Prima... besser kann es doch nicht laufen!


Ich hoffe, meine kleine Anleitung für die Päckchentorte hat euch gefallen und ihr macht euch vielleicht bald selbst an so ein schickes Törtchen. 

Bis dahin wünsche ich euch eine schöne Zeit und freue mich, wenn wir uns ganz bald wieder lesen!

Eure Jessi!

Mittwoch, 5. Februar 2014

Kleine Anleitung: Selbst Moulds (Silikonformen) herstellen

Ich hatte euch ja versprochen, dass es zur Herstellung von Mould auch von mir noch eine kleine Anleitung gibt.

Begeistert habe ich im Torten Talk Forum schon immer einige Threads verfolgt, in denen es um die Herstellung eigener Silikonformen ging. Warum? wird sich der ein oder andere nun fragen, wo es doch mittlerweile soooo viele unterschiedliche Formen zu kaufen gibt. Stimmt, da habt ihr Recht. Aber meist sind diese erstens sehr teuer und zweitens so gar nicht individuell. Außerdem deckt der Markt nun mal nicht alle meine Vorstellungen aus meinem Kopf ab und somit mache ich mir nun schon seit einiger Zeit meine ganz eigenen individuellen Moulds.

Und das benötigt ihr:

- einen Gegenstand, den ihr als Formabdruck herstellen möchtet (z. B. Knöpfe, Broschen, Blätter  
  etc.)
- Silikonmasse für Abdrücke 
  (Ich nehme nur noch Hiflex Silicone Mould Putty aus England.)
- ein Blech oder Brettchen bedeckt mit Backpapier
- Palmin soft


Und so geht`s:


1. Legt euch euer Abdruckobjekt griffbereit zurecht. Nun nehmt ihr mit Hilfe der zwei mitgelieferten Löffel jeweils die gleiche Menge gelbe und blaue Silikonmasse aus den Bechern.


2. Jetzt geht es daran beide Massen zusammen zu kneten, bis eine gleichmäßige Farbe entsteht. Dieser Vorgang geht sehr schnell, da das Silikon schön weich ist.


3. Die Silikonmasse nun zu einer Kugel rollen und dann daraus eine entsprechende Form flach drücken, die eurem Abdruckobjekt entspricht. Bei viereckigen Formen ein Viereck formen, bei runden Formen einen Kreis formen usw.. Achtet darauf, dass ihr die Form nicht zu flach macht. Euer Objekt darf unten nicht herausschauen. Habt ihr das Silikon entsprechend geformt, kann nun das Objekt zuerst leicht mit Palmin soft bestrichen und dann ins Silikon gedrückt werden. Das Palmin soft nutze ich, damit ich die Objekte (z. B. wie hier Knöpfe) gut wieder heraus bekomme. Insbesondere bei Blättern und Blüten ist das sinnvoll.


4. Nun muss die Mould (Form) nur noch austrocknen. Je nach Dicke kann das bis zu 24 Stunden dauern. Macht einfach den Test, indem ihr an einer Stelle außen leicht mit dem Finger darauf fasst. Könnt ihr noch euren Fingerabdruck hinterlassen, müsst ihr noch ein wenig abwarten.

5. Nach dem Austrocknen nehmt ihr euer Abdruckobjekt vorsichtig heraus und könnt los legen.


So sieht meine erste Mould für eine barocke Bordüre aus. Wie ihr seht, habe ich diese nicht dick genug gemacht. Zum Glück fehlt nur ein kleines Stück in der Mitte, was bei dem fertigen Abdruck nicht weiter auffällt. Die Torte sowie die Beschreibung dazu könnt ihr hier noch einmal ansehen.

Zum Schluss noch eine Kleinigkeit zur verwendeten Silikonmasse. Bevor ich mir das Hiflex Silikon aus England bestellt habe, habe ich natürlich auch Silikon getestet, welches hier in Deutschland erhältlich ist. Als erstes habe ich meine Kontakte genutzt und mit handelsüblichen Zahnarztsilikon probiert, Formen herzustellen. Das hat leider gar nicht geklappt. Also bin ich auf Silikonmasse für Moulds umgestiegen und habe Silli Creations getestet. Diese Masse kann man bei einigen Tortenshops kaufen. Aber leider muss ich auch hier sagen, dass ich nicht überzeugt davon war. Ich konnte zwar Abdrücke herstellen, für Blumen und Blätter ist diese Masse jedoch völlig ungeeignet, weil sie viel zu unbeweglich ist. Für kleinere Dinge wie Broschen etc. kann man diese Silikonmasse zwar nutzen, aber für meine Zwecke kann ich sie nicht gebrauchen. Was mich hier jedoch auch abschreckt ist der Preis. Man kann dafür ebenso gut bereits vorgefertigte Moulds kaufen. Außerdem muss man sehr schnell arbeiten. Auch das ist bei der Hiflex-Masse ganz anders und viel komfortabler.

Ich habe also meine Masse für mich gefunden und das ist die Hiflex Silikonmasse. Ein Bestellen ist über Amazon übrigens ganz unkompliziert und die Lieferung schnell daheim.

Euch wünsche ich nun viel Spaß beim Austesten meiner Anleitung und freue mich, wenn wir uns ganz bald wieder lesen.

Eure Jessi!

Mittwoch, 25. September 2013

Ein sommerliches Gartentörtchen zum 80. Geburtstag

Dieses Jahr war es soweit. Meine beste Backlehrmeisterin und vor allem geliebte Omi konnte ihren 80. Geburtstag im Kreise ihrer Familie feiern. Natürlich habe ich es mir da nicht nehmen lassen, sie mit einem ganz besonderen Törtchen zu überraschen. 

Da die Torte für über 30 Personen reichen sollte, wovon 99,9 % pure Kuchengenießer sind, habe ich eine zweistöckige Torte anvisiert und auch umgesetzt. Als echte Garten- und Blumenliebhaberin bekam Oma natürlich auch ein dementsprechendes Thema. Inspirieren lassen habe ich mich im Internet und in unserem großen Garten.


Weil ich meist runde Torten mache, sollte es endlich mal wieder eine rechteckige Torte geben. Bisher habe ich lediglich eine viereckige Torte gemacht und habe auf jeden Fall noch Übungsbedarf. Daher war es mal wieder soweit. Außerdem wollte ich schon längst einmal ein Törtchen als Korb tarnen. Und wo passt so etwas wohl besser hin, als in den Garten?!

Die untere Etage hatte Maße von 25 x 25 cm und war 12 cm hoch. Gefüllt war dieses Stockwerk mit einem Schokoladenbiskuit, einer leichten Frischkäsebuttercreme sowie Lemoncurd und Rote Grütze. 

Für den Schokoladenbiskuit könnt ihr dieses Rezept nehmen und statt 150 g Mehl einfach 100 g Mehl und 50 g Kakao. Das Rezept habe ich allerdings 3 Mal gebacken, um diese Größe zu erreichen. Für die  Frischkäsebuttercreme gibt es das Rezept hier für euch:

Frischkäsebuttercreme

Zutaten (alle zimmerwarm):
600 g weiße Schokolade
750 g Frischkäse (natur, Doppelrahm)
250 g Butter, weich
2 EL Mangosirup (oder andere Geschmacksrichtung)

Zubereitung:
Zuerst die Schokolade im Wasserbad schmelzen und leicht abkühlen lassen. Den Frischkäse mit dem Rührgerät aufschlagen und anschließend mit der Butter cremig schlagen, bis die Masse fluffig und hell wird. Anschließend die Schokolade nach und nach hineinfließen lassen und abschließend die Masse mit dem Sirup schön homogen aufschlagen.
Diese Masse habe ich 1 1/2-fach zubereitet. 

Den Schokoladenbiskuit habe ich auf Blechen gebacken. Gefüllt habe ich abwechselnd Frischkäsecreme mit Lemoncurd und Frischkäsecreme mit Roter Grütze.

Das Korbtörtchen war mal wieder eine Aprikosen-Marzipan-Torte, weil sich diese so toll schichten lässt und auch an warmen Tagen (es war Ende Juli wirklich sehr heiß - fast zu heiß, um Törtchen zu essen!) frisch und fruchtig daher kommt. Das Rezept dazu findet ihr hier.

Törtchenfakten: 14 cm Durchmesser, 11 cm hoch ... und dazu noch lecker

Nachdem die Torte einen Tag durchziehen konnte habe ich sie mit Zartbitter-Ganache umhüllt und gut geglättet. Dann ging es an das Korbflechten, was mich wirklich einiges an Zeit und dank des schwülwarmen Wetters auch an Nerven gekostet hat. Ihr benötigt dazu ca. 300 g braunbeigen oder cremefarbenen Rollfondant sowie am besten eine Sugarcraft-Gun/einen ClayExtruder und eine Prägematte für Baumrinde (oder ihr macht die Prägung mit Zahnstocher o. Ä. selbst). Außerdem einen Rollenschneider oder Messer und Lineal, um gleichmäßige Streifen zu schneiden. Das könnt ihr allerdings auch mit dem ClayExtruder machen - wie ihr eben mögt. Ich habe gleich ca. 250 g Fondant ausgerollt, geprägt und geschnitten - dann muss er ca. 10 Minuten liegen, damit er etwas antrocknet, sonst lässt er sich schlecht verarbeiten. In dieser Zeit werden mit dem Extruder so viele runde Stränge geformt, sodass ihr um die Torte reicht - in gleichen Abständen versteht sich. Wie ihr sie anordnet und anbringt seht ihr auf dem obigen Bild.

Dann geht es ans Flechten. Fangt am besten mit den unteren Reihen an, das fand ich einfacher. Das erste Band an einen runden Strang anlegen und über den nächsten runden Strang führen. Danach den nächsten runden Strang anheben und das geprägte Band darunter hinwegführen. Nun wieder das Band über den nächsten runden Strang legen und danach unter dem nächsten Strang entlang legen. Und so weiter und so weiter, bis ihr eine Runde voll habt. Dann geht es in der nächsten Reihe weiter - achtet aber darauf, dass ihr nun versetzt arbeitet. Das heißt, da wo das geprägte Band in der unteren Reihe über dem runden Strang entlang ging, muss es nun unter diesem Strang entlang geführt werden. Das ist wichtig, da es nur so eine Korboptik ergibt. Wenn der Fondant oder die Ganache zu weich wird, stellt die Torte zwischendurch mal 10 Minuten in den Kühlschrank, das macht die Arbeit leichter.


Als Korbabschluss habe ich zwei runde lange Stränge mit dem ClayExtruder geformt und gezwirbelt, dann mit Zuckerkleber angebracht. Für die Henkel hatte ich schon zwei Tage zuvor Blütendraht geformt und eingefärbte Blütenpaste (schnell härtende Zuckermasse) darum gezwirbelt. Sie konnten nun in die Torte gesteckt werden (auf dem obigen Bild noch nicht zu sehen). Außerdem hatte ich auf einen Schaschlikspieß einen roten Griff aus Blütenpaste aufgebracht und auch ein Teilstück für eine Schaufel. Die beiden Außenteile der Schaufel habe ich separat trocknen lassen. Die Schaufel wurde noch mit silberner Puderfarbe (in Alkohol verdünnt, damit man damit malen kann) von Sugarflair bemalt. Den Stil konnte ich in die Torte stecken und die Seitenteile habe ich daneben angebracht (siehe linkes Bild oben).


Um die Schaufel herum verteilte ich aus Blütenpaste hergestellte Radieschen und zerkrümelte Schokokuchenreste, die als Erde dienten. Zum Aufbringen der Blumen nutzte ich ein Cakeboard, unter und auf welches ich ausreichend Rollfondant gab. So kann man ein Gesteck schön herrichten und beim Anschneiden der Torte ist das Bouquet ganz einfach und schnell entfernt. 


Die Zaunsfelder habe ich aus Fondant (eingefärbt mit Pastenfarbe Schokobraun von Sugarflair) hergestellt. Dafür habe ich den Fondant ausgerollt, wieder mit der Baumrindeschablone geprägt und jede einzeln ausgeschnitten. Die Schrauben habe ich mit einer kleinen Spritztülle erst hineingeprägt und dann mit silberner Lebensmittelfarbe (Puderfarbe Silber von Sugarflair) angemalt. 


Auch das Schild ist aus Blütenpaste 2 Tage vorher hergestellt, damit es austrocknen kann. Die "80" habe ich mit flüssiger Metallic-Lebensmittelfarbe bemalt (Pealescent Spring Green).

Bei den Blumen habe ich mich an so einige Exemplare aus unserem Garten gehalten. Im Körbchen waren blaue Hortensien, Rosen, eine geschlossene Pfingstrose ...


.... Kamillenblüten, Hibiskus, rosa Blüten ....


... und auch so einige Wicken. Außerdem gibt es in unserem Garten nicht nur Blumen, sondern auch so einiges Gemüse - Radieschen zum Beispiel. Und genau die haben es auch auf das Törtchen geschafft. 


Für dieses Törtchenwerk habe ich wirklich viel Zeit zur Vorbereitung benötigt. Ehrlich gesagt, hätte ich das gar nicht gedacht und musste mir so manche späte Stunde um die Ohren schlagen, damit ich meinen Zeitplan einhalten konnte. Vor allem hätte ich nicht gedacht, dass auf so ein kleines Körbchen doch so viele Blumen passen, damit man den Untergrund nicht sieht. Zum Glück hatte ich noch ein paar Rosen auf Vorrat, die zum Einsatz kamen. 

Aber auch eine andere Sache kann ich sagen: Ich war richtig froh, dass die Torte genau so geworden ist, wie ich sie geplant und vorher gezeichnet hatte. Es hat also alles prima geklappt und ich war wirklich ein bisschen stolz auf dieses Geburtstagstörtchen.

Und meine Oma war richtig überrascht, hat sich sehr gefreut, hat beide Etagen gekostet und für gut befunden. Alles richtig gemacht also und somit der allerschönste Lohn für viel Arbeit!


Eure Jessi!
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